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  • Jason Gower

6 Fehler, die man beim Erlernen von Wirtschaftsenglisch vermeiden sollte

Updated: Dec 10, 2018


Nachdem ich in den letzten Jahren mit hunderten Englischlernenden gesprochen habe, konnte ich ein paar häufige Fehler feststellen.


Basierend auf dieser Erfahrung und auf meinen eigenen Erfahrungen in puncto Sprachenlernen werde ich euch die 6 wichtigsten Fehler vorstellen, die es zu vermeiden gilt, wenn man so rasch wie möglich flüssig sprechen können möchte.


Während viele dieser Fehler auf alle Sprachen verallgemeinert werden können, ist das Wirtschaftsenglisch eine spezialisierte Sprachform und macht es so nötig, sich näher damit zu befassen.


Lass uns also anfangen.

6. Die Annahme, dass alle vier Sprachbereiche gleichwertig sind


Das flüssige Sprechen einer jeden Sprache erfordert es, die vier hauptsächlichen Fertigkeiten zu erlernen: Lesen, Schreiben, Hören und Sprechen. Zwei zum Input (Lesen und Hören) und zwei zum Output (Schreiben und Sprechen).



Sofern du nicht auf Vollzeitbasis in einem englischsprachigen Land lebst und arbeitest, fühlst du dich wie die meisten Sprachlernenden wahrscheinlich wohler mit dem Lesen und Hören als mit dem Schreiben und Sprechen.


Das ist völlig normal, da große Unterschiede darin bestehen, wie viel Zeit wir für jede der vier Fertigkeiten aufwenden.


Als Sprachlernender solltest du dich jeden Tag bewusst mit dem Üben von zumindest drei, vorzugsweise vier dieser Fertigkeiten beschäftigen, selbst wenn es sich jeweils nur um ein paar Minuten handelt.


Es wirkt recht einfach oder offensichtlich, doch ich habe schon oft mit Leuten gesprochen, die sich fast ausschließlich auf eine oder zwei dieser Fertigkeiten konzentrieren und in den anderen zwei oder drei Gebieten große Defizite aufweisen.


Selbst, wenn du mit dir selbst sprechen musst. Such dir ein Thema aus und sprich!


5. Nicht genug Fokus


Ähnlich wie bei der obenstehenden #6 sehe ich oft Leute, die sich für die falschen Inhalte entscheiden.


Wenn dein aktuelles Ziel darin besteht, Wirtschaftsenglisch zu lernen, dann empfehle ich, deine gesamte oder zumindest beinah 100% deiner Lernzeit auf Wirtschaftsenglisch zu fokussieren.


Ich sage das, da es beim Sprachenlernen viele wichtige Aspekte gibt, aber die Wörter oder Vokabeln am wichtigsten sind.


In einer einzigen Sprache gibt es so viele Vokabeln, dass das Aufteilen deiner Ressourcen (Zeit) bis zum Erreichen des Sprachlevels eines Muttersprachlers nur das flüssige Sprechen verzögern wird.


Sieh dir meine vorherigen Artikel an, wenn du nach authentischen online Inhalten suchst, die Profis überall in der englischsprachigen Welt lesen. Bist du bereit, an deinem Sprachverständnis zu arbeiten, dann sieh dir diese fünf Webseiten an, die ich jedem Business Englisch Lernenden empfehle.


Viel von alledem hat mit Selbstvertrauen zu tun, und ein Mangel an Selbstvertrauen hängt oft mit einem Mangel an Wörtern oder Vokabeln zusammen.



Als Sprachlernende fühlen wir uns unsicher, wenn uns ein Wort nicht einfällt und so halten wir inne und versuchen das Wort zu finden, was uns extrem bremst.


Indem du deine Bemühungen ausschließlich auf Wirtschaftsenglisch fokussierst, kannst du ein riesiges Vokabular (sowohl passiv als auch aktiv) in diesem Bereich aufbauen.


Während dein Sprechen immer flüssiger wird, wirst du dich selbstbewusster fühlen. Gleichzeitig wirst du auch jede Menge Wiederholungen gemacht haben, da du Grammatik im Kontext gesehen und gehört hast.


Dann kannst du Shakespeare lesen, Bücher über Kochen, Kunst, Sport oder was auch immer dich interessiert. Du wirst Selbstvertrauen haben und nicht mehr gegen die Sprache ankämpfen, wodurch dir alles leichter fällt.


4. Die Verwendung von Übersetzungen


Eines meiner Grundprinzipien des Sprachenlernens lautet: Keine Übersetzungen. Manche Polyglotten werden mir widersprechen, doch meine Logik dahinter erklärt sich wie folgt.


Sagen wir, du besitzt eine Fabrik, die Fernseher herstellt. Deine Montage erfordert zur Herstellung eines Fernsehers zehn Schritte, während das Montageband deines Konkurrenten denselben Fernseher viel schneller in drei Schritten herstellen kann.


Welches Montageband hättest du lieber? Ich persönlich würde mich für den Prozess mit drei Schritten entscheiden! Er ist effizienter mit weniger Raum für Fehler.


Das Übersetzen ist sehr ähnlich.


Der gesamte Prozess des Übersetzens in deine Muttersprache und in eine Fremdsprache fügt mehrere unnötige Schritte hinzu. Umso weniger Ähnlichkeiten zwischen deiner Muttersprache und dem Englischen bestehen, umso schwerwiegender ist dieses Problem, da viele Worte nicht direkt übersetzt werden können.

Und das sind nur die Vokabeln. Syntax fügt eine weitere Schicht an Schwierigkeiten hinzu.


Es kann also etwas länger dauern, alles direkt auf Englisch zu lernen, doch langfristig sparst du dir damit viel mehr Zeit und Nerven.


3. Aufgeben


Natürlich ist es eine schlechte Idee, die Sprache vollständig aufzugeben. Das solltest du nie tun!


Hierbei empfehle ich, niemals zu sagen, dass etwas „zu schwer“ ist.



Meiner Meinung nach solltest du immer Inhalte konsumieren, die etwas über deinem „aktuellen Niveau“ liegen. Wenn dein Niveau also bei B2 einzuordnen ist, dann versuch dich an C1 Inhalten. Wenn du bei C1 stehst, probier C2, etc.


Ich habe das durch eigene Erfahrung gelernt. Nachdem ich das Niveau C1 in Deutsch erreicht hatte, versuchte ich mehrmals, mir die am weitesten fortgeschrittenen Audioinhalte anzuhören, C2. Es war extrem schwierig und ich fühlte mich verloren, also kehrte ich zu C1 Inhalten zurück.


Nach mehreren Wochen wurde mir klar, dass ich C1 Inhalte immer noch problemlos verstehen konnte. Überraschung!


Erst, als ich mich zum Anhören und Ansehen von Inhalten auf C2 Niveau zwang, wurde mir klar, dass ich anfing Fortschritte zu machen. Tag für Tag machte ich kleine Fortschritte, bis ich schließlich C2 genauso leicht verstehen konnte wie zuvor C1.


Wenn ich mich nie aus meiner Komfortzone (C1) herausgewagt hätte, dann würde ich mir immer noch komplexe Geschichten darüber einreden, warum ich Inhalte auf C2 Niveau nicht verstehen konnte. In Wahrheit war die Lösung ganz einfach: Inhalte auf C2 Niveau ansehen und anhören!


2. Ein Mangel an Kontext

Kontext ist beim Sprachenlernen ausschlaggebend, denn er hilft uns beim Erinnern.


Wenn du Vokabeln für Wirtschaftsenglisch lernen willst, kannst du dir natürlich eine Vokabelliste herunterladen und diese jeden Tag lesen.


Tatsächlich machen die meisten Sprachenlernenden genau das und traditionelle, schulbasierte Lernmethoden überall auf der Welt ermutigen durch ihre Lehr- und Testformate dazu. Genau das habe ich versucht, als ich mich erfolglos bemüht habe, Französisch und Niederländisch zu lernen.



Wenn du aber dieselben Vokabeln nimmst und sie in Unterhaltungen, Artikel und Bücher, Videos und andere authentische Geschäftsinhalte integrierst, wirst du jedes Wort mit einer Erfahrung verbinden und dich dadurch viel leichter an das Wort erinnern können.


Der Schlüssel hierbei sind „interessante“ Inhalte.


Wenn du dein Wirtschaftsenglisch verbessern möchtest, dann nehme ich an, dass du ein gewisses Interesse an Geschäftlichem hast.


Wenn Geschäftsinhalte und -unterhaltungen dich langweilen, dann wird es dir wahrscheinlich schwer fallen, Geschäftsenglisch zu lernen.


Solltest du dich aber gern mit Geschäftlichem beschäftigen und dich auf das Lernen mit Kontext konzentrieren, dann wird dir auffallen, dass sich der Lernprozess exponentiell beschleunigt.


Und ja, alles, was ich gerade gesagt habe, lässt sich auch auf die Grammatik übertragen. Tatsächlich meine ich es im Bezug auf Grammatik mit noch mehr Nachdruck.


1. Perfektion erwarten


Die Menge an Stress und der Verlust an Sprachfluss, die wir jedes Mal bei dem Versuch erleiden, den perfekten Satz zu bauen, sind es einfach nicht wert. Mit der Zeit kostet es dir enorm an Selbstvertrauen und an der Fähigkeit zum flüssigen Sprechen.


Wenn wir die Fehler annehmen und einem System folgen, um sie zu erkennen und zu korrigieren, dann werden sie mit der Zeit immer seltener auftreten.


Ruf dir also jeden Tag ins Gedächtnis, dass Fehler ein wesentlicher Teil des Sprachlernprozesses sind. Akzeptiere sie. Nimm sie an!


Und ruf dir auch jeden Tag ins Gedächtnis, warum du dein Wirtschaftsenglisch verbessern willst. Solange du dich diesem Ziel widmest und jeden Tag die nötige Zeit investierst, wirst du es schließlich erreichen.



Wenn du diese 6 Fehler vermeidest, wirst du es noch schneller erreichen.


Über den Autor


Jason Gower ist ein englischer Muttersprachler aus den USA, Kursgründer und Lehrer bei Expand Life Business English Kursen. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Berufserfahrung und hat sowohl Deutsch als auch Spanisch auf Niveaustufe C2 gelernt. Klicken Sie hier, um mehr über die Kurse von Expand Life Business English zu erfahren.

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